Geschichte                                                        

 

Die Freiwillige Feuerwehr Rantum seit 1955

Dieses soll der Versuch sein, einen zeitlichen Abriss des Werdeganges der Rantumer Feuerwehr, in den Jahren 1955 bis 2000, zu schildern.

Die hier aufgeführten Informationen sind den öffentlichen Versammlungsprotokollen der Mitgliederversammlungen, Jahreshauptversammlungen und den nicht öffentlichen Protokollen, der Kommandositzungen, entnommen. Diese Aufzeichnungen erheben nicht den Anspruch, fehlerfrei und lückenlos zu sein.

Seit über 50 Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr aus dem Ortsbild und dem Geschehen des Ortes Rantum, nicht mehr fortzudenken. Die erfolgreiche Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr, in den vergangenen fünf Jahrzehnten und ihre in dieser Zeit erworbene Anerkennung im Ort und auf der Insel verdienen es, für die nachfolgenden Kameraden, in einer Aufzeichnung festgehalten zu werden.

Rantum war Anfang der fünfziger Jahre die letzte Inselgemeinde ohne eigene Feuerwehr.
Um diesen Missstand zu beseitigen, bat der Amtswehrführer, Boy Jörgensen, in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister, Bernhard Nissen, die Männer des Dorfes zu einer Versammlung am 02. April 1955. Es wurde ihnen die Notwendigkeit, der Gründung einer Rantumer Feuerwehr, nahe gebracht. Alle 28 anwesenden Kameraden meldeten sich spontan in die Feuerwehr. Sie werden auf allen folgenden Seiten, Gründungsmitglieder genannt. Eine Liste der Mitglieder ist beigefügt.
Dieses war die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Rantum.
1955 erhielt unsere Wehr das erste Fahrzeug, ein TSF 8. Dieses war ein für die Feuerwehr ausgerüsteter VW-Bus.
 
Die Freiwillige Feuerwehr in Rantum erfüllt neben ihrem eigentlichen Zweck, der Brandbekämpfung und der Brandverhütung, auch noch andere Aufgaben. Die Hilfeleistung, die technische Hilfeleistung, die Bergung von Verletzten und den örtlichen und überörtlichen Katastrophenschutz.
Außerdem bietet die Feuerwehr, jungen Rantumer Bürgern die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun und einer sinnvollen, gemeinnützigen Beschäftigung, nach zu gehen. Im Kreise der Kameraden kann der Jugendliche sich, wenn er interessiert und gewillt ist, Anerkennung und Achtung erwerben. Mancher Jugendliche findet in der Feuerwehr eine Einrichtung, die ihn unter ihre Fittiche nimmt und ihn in gewisser Weise, in eine bestimmte Richtung lenkt. So sind auch Reizthemen, wie Religion und Politik, weitestgehend tabu. Nebenbei kommt bei längerer Zugehörigkeit, die Möglichkeit hinzu, sich empor zu arbeiten und bei gewissen Fähigkeiten, in leitende Positionen aufzusteigen.

Die Feuerwehr gibt auf jeden Fall, jedem Mitglied das Gefühl, gebraucht zu werden. Jeder ist, egal auf welchem Posten, gleich wichtig und ohne das kleine Rädchen im Getriebe, läuft die ganze Sache nicht. Nicht umsonst heißt der Wahlspruch der Feuerwehren: „EINER FÜR ALLE UND ALLE FÜR EINEN“! Ohne Kameradschaft, gegenseitige Achtung und Rücksichtnahme gegen die Kameraden und die Öffentlichkeit und die Bereitschaft, eigene Interessen hinten anzustellen, kann keine Freiwillige Feuerwehr eine fruchtbare Arbeit zu Stande bringen.

Dazu kommt, dass die Freiwillige Feuerwehr im Ort einen hohen Stellenwert einnimmt und auf der Insel ein hohes Ansehen erfährt. Seit der Gründung der Feuerwehr gab es keinen Bürgermeister, der ehemaligen Gemeinde Rantum, der sich gegen die Wehr gestellt hätte. Teilweise waren unsere Bürgermeister selber aktive Feuerwehrmitglieder.

Hier, unsere Bürgermeister in der Reihenfolge von 1955 bis 2004: Bernhard Nissen, Boy Kaiser, Heinz Brich (Schriftführer in der Feuerwehr), Alfred Ludwigsen (Zeugwart in der Feuerwehr), Werner Knuth (Wehrführer) und Helge Jansen.
Bei notwendigen Neuanschaffungen wird von Seiten der Gemeinde immer erst auf die leere Gemeindekasse hingewiesen, dann wird eine Zeit lang gegrollt, dann eine Minimallösung in Aussicht gestellt und dann?? Ja!! Dann wird der ursprüngliche Wunsch der Feuerwehr meistens erfüllt.
Dieses Verhaltensmuster ist zu einem fest verankerten Ritual geworden und durch die nun über 50 jährige Geschichte, der Rantumer Wehr immer wieder praktiziert worden. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rantum bedanken sich, aus vollem Herzen, bei den Bürgermeistern und den betroffenen Gemeindevertretern.

Ohne die Hilfe der Gemeindevertreter und der Bürgermeister stände die Feuerwehr nicht da, wo sie jetzt steht. Wahrscheinlich gäbe es sie gar nicht. Dafür ist die Feuerwehr immer da, wenn Not am Mann ist. Wer zieht Autos aus dem Graben? Wer streut Ölspuren ab? Wer öffnet Türen, wenn der Schlüssel verloren wurde? Wer fängt Schlangen ein? Wer sucht scheinbar vermisste Personen und wer birgt und sichert wegfliegende Zelte? Dieses sind alles Arbeiten, die ursprünglich nicht Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr waren. Wenn die Feuerwehr alarmiert wird, wird nicht lange gefragt! ES WIRD GEHOLFEN!

An dieser Stelle sei den Müttern und den Ehefrauen der Kameraden ein ganz großes Lob ausgesprochen. Sie werde nur zu leicht vergessen.
Sie haben stets für das schnelle Antreten ihrer Söhne und Männer, bei den Einsätzen gesorgt.

Sie haben aber auch oft lange alleine zu Hause gesessen und auf die Rückkehr ihrer Männer, von Einsätzen, Übungen und Unterrichten, gewartet.
Sie haben sogar Verständnis dafür aufgebracht, dass die Männer nach getaner Feuerwehrarbeit, sich noch ein paar Bierchen genehmigten. So mancher Sonntagsbraten ist wohl verbruzzelt, ohne dass viel Aufhebens deshalb gemacht wurde.

Vielen Dank, liebe Frauen! Für euer Verständnis, eure Geduld und eure Nachsicht.

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